Rhododendron pflanzen und pflegen

Rhododendron 'Aeschbachers Rubin'

    Kleiner Ratgeber: Rhododendron pflanzen und pflegen

    Rhododendren sind mit ihren betörenden Farben und Formen attraktive Gestaltungselemente in vielen Gärten. Unter Beachtung einiger Besonderheiten und Anforderungen – insbesondere an Standort und Boden – gedeihen die Sträucher üppig und bringen zumeist von April bis Mai prächtige Blüten hervor.

    Im Frühjahr ist der ideale Zeitpunkt, um Rhododendren auszusuchen und zu pflanzen. Bei uns finden Sie das schweizweit umfangreichste Sortiment an Rhododendron-Sorten. Da der Rhododendron mit zu unseren Spezialitäten des Hauses gehört, legen wir ein besonderes Augenmerk auf die Gesundheit unserer Pflanzen. Durch die Eigenproduktion in unserer Baumschule erhalten Sie gesunde, starke und akklimatisierte Pflanzen – die besten Voraussetzungen für eine prachtvolle Entwicklung in Ihrem Garten oder auf Ihrem Balkon.

    Rhododendron 'Goldtopas'  Floramedia  FloramediaRhododendron 'Lauretta'  Rhododendron Yakushimanum-Hybriden 'Barbarella' / Zwerg-Rhododendron  Rhododendron Obtusum-Hybriden 'Kirstin' / Japanische Azalee

    Standort und Pflanzung

    Wichtig beim Pflanzen von Rhododendron ist die gute Bodenvorbereitung, denn in diesem Bereich sind die Blütensträucher sehr anspruchsvoll. Möglichst kalkfreie, lockere und humusreiche Erde sollte es sein (pH-Wert von 5,0 bis 5,8, Inkarho-Sorten bis 6,5). Auch zu trocken darf der Boden nicht sein, Rhododendron benötigt stets leicht feuchte Wurzeln (Moorbeetpflanze!). Staunässe ist zu vermeiden. Die meisten Rhododendron-Arten bevorzugen lichten Schatten oder einen halbschattigen Standort. Im Schatten naher Bäume und Sträucher fühlen sich die Pflanzen besonders wohl, doch muss darauf geachtet werden, dass keine Wurzelkonkurrenz entsteht.

    Sehr gut vertragen sich Rhododendren beispielsweise mit verschiedenen Schneeball-Arten, Blumenhartriegel, Zaubernuss oder Funkien. Einige Wildarten und Yakushimanum-Hybriden vertragen auch Standorte mit mehr Sonne, so lange der Boden ausreichend feucht gehalten wird. Einige Rhododendron-Sorten wachsen auch im Topf oder Kübel auf dem Balkon oder der Terrasse, zum Beispiel die sogenannten Japanischen Azaleen. Die Schwierigkeit ist hierbei jedoch das Beibehalten einer gleichmässigen Bodenfeuchte durch regelmässiges, aber nicht übermässiges Giessen.

    Unser Tipp: Ist der Standort mit passendem Licht und guter Nachbarschaft gewählt, pflanzen Sie den neuen Rhododendron am besten in der kühleren Jahreszeit – etwa von September bis April. Pflanzungen während der heissen Sommermonate sollten nach Möglichkeit vermieden werden.

     

    Rhododendron pflanzen: So einfach geht’s!

    Gehen Sie beim Pflanzen am besten wie folgt vor:

    1. Rhododendron vor dem Einpflanzen in Wasser tauchen, bis alle Luftblasen aus dem Ballen entwichen sind (ca. 2 bis 3 Minuten).
    2. Am gewählten Standort ein Pflanzloch ausheben, welches etwa 1,5-mal so tief und 2- bis 3-mal so breit wie der Wurzelballen des zu pflanzenden Rhododendrons ist.
    3. Die ausgehobene Erde mit ca. 50% Weisstorf mischen und eine Hand voll Hornspäne dazugeben.
    4. Einen Teil des Erde-Torf-Gemisches ins Pflanzloch geben und den Rhododendron so in die Grube einsetzen, dass etwa die Hälfte des Wurzelballens über dem Terrain der Umgebung liegt.
    5. Anschliessend die restliche Erde um den Ballen verteilen und leicht antreten, um den Bodenschluss zu sichern. Nach der Pflanzung unter den Blättern angiessen (nicht einschwemmen).
    6. Mit einem kleinen Giessrand in der Grösse des Wurzelballen können Sie zusätzlich dafür sorgen, dass das Wasser in die Wurzeln sickert und nicht oberflächlich abfliesst.

    Rhododendron pflanzen

    Pflege und Düngung von Rhododendren

    Rhododendren haben, wie die meisten immergrünen Pflanzen, einen hohen Nährstoffbedarf. Die erste Düngung erfolgt im zeitigen Frühjahr vor der Blüte der Rhododendron (März bis April), damit die Pflanzen schöne, dunkelgrüne Blätter bilden können und die Blütenknospen gut versorgt werden. Eine zweite Düngerzugabe ist nach dem Abblühen ca. Mitte Juni nötig. Bei der Düngermenge benutzen wir folgende Faustregel: Pro 10 Zentimeter Höhe oder Breite der Pflanze 10 Gramm Dünger. Der Dünger sollte bei feuchtem Boden und nicht zu heisser Witterung ausgebracht werden.

    Als Hauptdünger verwenden wir einen speziellen Rhododendron- und Azaleendünger. Diese Dünger enthalten die Grundnährstoffe sowie viele Spurenelemente, die für eine optimale Entwicklung der Pflanzen notwendig sind. Zusätzlich können Sie mit Stickstoffdünger (z.B. Floranid) düngen, um den erhöhten Stickstoffbedarf der immergrünen Pflanzen abzudecken. Die gesamte Düngermenge kann auch auf vier Gaben (März bis Juni) verteilt werden. Zusätzlich wird bei der Pflanzung und im Herbst/Winter mit einer Gabe von Hornspänen das Nährstoffangebot verbessert. Ebenso kann der Boden durch regelmässiges Einarbeiten von saurem Humus (bspw. verrottetes Eichenlaub, Nadelstreu) verbessert werden.

    Zum Giessen empfiehlt sich ausschliesslich Regenwasser bzw. weiches, extrem kalkarmes Wasser zu verwenden. Damit können Sie dafür sorgen, dass der leicht saure Boden sein Niveau beibehält und der ph-Wert nicht zu hoch beziehungsweise zu basisch wird.

    Ausbrechen und Schnittarbeiten - Rhododendron schneiden

    Damit Ihr Rhododendron auch im nächsten Jahr wieder kräftig blüht und nicht zu viel Kraft durch das Ausbilden von Samen verliert, sollten direkt nach dem Abblühen die Blütenstände ausgebrochen werden. Dies kann mit den Fingern oder auch mit einer Schere passieren. Besonders bei jungen Pflanzen ist dieses Vorgehen empfehlenswert. Beim Ausbrechen der alten Blütenstände sollte darauf geachtet werden, behutsam nur die alten Blütenstände zu entfernen und nicht etwa den Neuaustrieb!

    In der Regel benötigt Rhododendron keinen Schnitt, da er von selbst zu einer schön geformten Pflanze wächst. Unter bestimmten Voraussetzungen kann ein leichter Form- oder ein radikaler Rückschnitt – der sogenannte Verjüngungsschnitt – jedoch zu einem ansehnlicheren Aussehen verhelfen.

    Alte oder kahl werdende Rhododendren können sehr gut bis weit ins alte Holz zurückgeschnitten werden, sofern sie gut eingewurzelt sind. Auch ein Rhododendron, der durch Giessfehler viele Blätter abgeworfen hat und nur noch kahle Äste mit ein paar Blättern an den Enden aufweist, kann nach einem radikalen Rückschnitt wieder schön austreiben und ein gesundes Aussehen entwickeln. Diese Radikal-Rückschnitt führt man am besten schon im März (vor der Blüte) aus. Dadurch wird die Pflanze zur Bildung neuer Triebe angeregt. Kommt Licht an die Basis, treibt der Rhododendron auch hier wieder neu aus und wird in wenigen Jahren erneut kompakt und buschig. Stark geschnittene Pflanzen erholen sich meistens prächtig und bringen schon nach zwei Jahren wieder reichlich Blüten hervor.

    Auch der Formschnitt wird idealerweise vor der Blüte im März bis April erledigt. Kleinblumige Azaleen können direkt nach der Blüte in Form geschnitten werden.

    Nach dem Schnitt sollte ausgiebig gedüngt und die brach liegende Erde unter der Pflanze mit einer ca. 2 bis 3 Zentimeter dicken Schicht feuchtem Torf oder Moorbeeterde abgedeckt werden, um die Pflanze mit zusätzlichen Nährstoffen zu versorgen.

     

    Weitere Pflegearbeiten

    Weitere, regelmässige Pflegearbeiten sind keine nötig. Im Herbst kann das gefallene Laub zusammengenommen werden, damit keine Pilzsporen darauf überwintern können. Bei anhaltender Trockenheit sollten die Pflanzen mit zusätzlichem Wasser versorgt werden. Das ist vor allem bei Neupflanzungen der Fall. Ansonsten sollte vorsichtig gewässert werden, da Rhododendron zwar feuchte, aber keine nassen Bodenverhältnisse (Staunässe) mögen. Vorbeugende Pflanzenschutzmassnahmen sind nicht sinnvoll. Bei Krankheiten oder einem Befall mit Schädlingen (z. B. Dickmaulrüssler) ist eine Bekämpfung mit chemischen oder biologischen Mitteln zu empfehlen.

    Rhododendron überwintern

    Rhododendron im Winter

    Damit der Rhododendron nach dem Winter wieder zu neuem Leben erwacht und in voller Blüte erstrahlt, sollten vor allem sehr exponiert stehende Pflanzen vorsichtshalber einen Winterschutz erhalten. Gerade bei lange andauernden Minustemperaturen und direkter Sonnenbestrahlung drohen den immergrünen Rhododendron-Sorten Trockenschäden, da zu viel Wasser über die Blätter verdunstet und gleichzeitig kein Wasser über die Wurzeln aufgenommen werden kann. Deshalb sollte vor dem Beginn der Frostperiode mässig mit kalkarmen Wasser gegossen werden. Das Beschatten der Pflanze mit Vlies oder Schilfmatten können Winterschäden durch Austrocknung verhindern.

    Da Rhododendren sehr flache Wurzeln ausbilden, sind auch die oberen Wurzeln bei lang anhaltendem Dauerfrost gefährdet. Als leichter Winterschutz können Nadelholzzweige unter dem Strauch ausgelegt werden.

    Einen Rhododendron im Kübel rückt man im Winter am besten ebenfalls an einen sonnen- und windgeschützten Standort. Etwas Dämmung um den Kübel herum (auch unten), beispielsweise aus Styropor schützt die Wurzeln der Pflanze. Mässiges Giessen (kein Ertränken!) sollte nicht vergessen werden.

    Im Frühjahr können Spätfrostschäden an den Knospen gut mit kurzfristigem Abdecken der Pflanzen begegnet werden.

    Allgemein ist es kein Problem, Rhododendren zu überwintern. Neben schönen Farben, Formen und Wuchshöhen zählt insbesondere die Winterhärte zu den Zuchtzielen. Gut winterhart sind in der Regel Japanische Azaleen, Yakushimanum-Hybriden, Catawbiense-Hybriden sowie Rhododendron Luteum.

    Rund um den Rhododendron

    Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne persönlich in der Baumschule zur Verfügung!

    Besuchen Sie uns, in unserer Baumschule können Sie prächtigen und gesunden Rhododendron kaufen.

     

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