Richtiges Giessen im Sommer
Giessen im Sommer fängt nicht erst im Juni an, wenn die ersten Hitzetage übers Land ziehen. Es fängt schon bei der Auswahl der Pflanzen für Ihren Garten oder die Terrasse an. Mit zunehmend unberechenbaren Wetterverhältnissen, längeren Trockenperioden infolge des Klimawandels wird sich auch das Pflanzenbild in unseren Gärten verändern. Unser Sortiment wandelt sich stetig und es halten immer mehr Pflanzen vor allem, aus südlicheren Gefilden in unsere Gärten Einzug. Wer hätte noch vor wenigen Jahrzenten gedacht das Korkeichen, Kreppmyrten und Orangenblüten heute in unsere Gärten eingepflanzt werden.
Auch bei Staudenbepflanzungen überzeugen uns immer mehr Mischkonzepte für Rabatten mit trockenheitsresistenten Pflanzen die auch als Rasenersatz gut funktionieren. Diese können extremeren Witterungsverhältnissen eher Stand halten und mit geringem Giess- und Pflegeaufwand unterhalten werden.
Giessen ist einfach?
Giessen ist einfach, giessen kann jeder, einfach jeden Tag den Pflanzen etwas Wasser geben, sobald das Thermometer Ende Mai über 25 °C steigt. So in etwa die weitverbreitete Ansicht über das giessen. Nein, giessen ist nicht einfach und es kann nicht jeder giessen es benötigt Erfahrung und sprichwörtliches Fingerspitzengefühl. Um die Feuchtigkeit in der Erde zu überprüfen sind unsere Finger die besten Sensoren. Besonders in Gefässen wo am meistens gegossen werden muss. Sondieren Sie mit den Fingern an einer lockeren Stelle in die oberste Erdschicht, um die Feuchtigkeit festzustellen. Sie spüren dann schnell, wenn Sie die Erde zwischen den Fingern zerreiben, ob es sich eher schmierig nass anfühlt oder ob eine Spur von Restfeuchtigkeit vorhanden ist. Wenn das Erdreich aber bereits komplett abgetrocknet ist, werden Sie es auch anhand des Zustandes der Pflanze erkennen können. Soweit sollte es eigentlich nicht kommen wenn Sie folgende Punkte beachten.
Giessen am Morgen
Giessen Sie im Sommer nach Möglichkeit früh morgens. wenn der Boden noch kühl ist, um die Verdunstung zu minimieren. Auch am Abend nach Sonnenuntergang ist ein guter Zeitpunkt, um die Pflanzen zu wässern. Wählen Sie den Pflanzen entsprechende eher etwas grössere Gefässen aus die weniger schnell austrocknen. Das hilft Ihnen den Giessaufwand etwas zu reduzieren. Wässern Sie durchdringend bis in den Gefässen das Wasser durchläuft. Kontrollieren Sie Ihre Pflanzgefässe täglich. Als Faustregel gilt, je kleiner das Gefäss umso öfter muss gegossen werden!
Wie viel giessen?
Die Antwort dieser Frage hängt stark von der jeweiligen Pflanzenart ab. Es gilt die Regel je grösser und weicher die Blätter sind, desto mehr Wasser benötigt die Pflanze. Auch die Bodenbeschaffenheit und der Standort sind entscheidende Faktoren, die das Wohlergehen der Pflanze beeinflussen.
Bewässerungssysteme, Giesskanne oder Schlauch
Je nach Grösse der Terrasse und der Menge an Gefässen kann es sich lohnen ein Bewässerungssystem zu installieren. Von Vorteil wäre es, wenn dieses mit Feuchtigkeitssensoren ausgestattet ist. Bewässerungssysteme ohne Sensortechnik sollten, wenn nötig nur in den Sommermonaten, bei längeren Trockenperioden oder bei Abwesenheit eingeschaltet werden. Gezieltes, bewusstes Giessen ist mit der Giesskanne angesagt. Kleine Flächen und einzelne Pflanzen können gut mit ihr versorgt werden. Zudem geht man sparsamer mit dem Wasser um. Giessen mit dem Schlauch ist die häufigste und effizienteste Giessform für Pflanzen. In kürzester Zeit kann eine Vielzahl an Pflanzen entsprechend ihren Bedürfnissen mit Wasser versorgt werden.
Giessen im Garten
Es ist entscheidend, ob ein Garten neubepflanzt oder bereits über Jahre besteht und die Pflanzen gut eigewachsen sind. In solchen Gärten macht es meistens mehr Sinn offene Flächen auch im Gemüsegarten mit Terravital von Hauert zu mulchen, um so die Böden vor starker Verdunstung zu schützen. An extremen Standorten wie unter Bäumen oder ausladenden Pflanzen empfiehlt es sich Perl- oder Sprühschläuche zu verlegen. Eine sparsame und effektive Möglichkeit wo ein feiner Sprühstrahl das Wasser gleichmässig und direkt in die Erde verteilt und somit nicht gleich an der Oberfläche verdunstet.
Das Wichtigste im Überblick
- Lieber seltener und dafür durchdringend bewässern. Das fördert tiefes Wurzelwachstum und macht die Pflanzen widerstandsfähiger gegen Trockenheit.
- Morgens oder abends giessen.
- Beete mulchen
- Nach Möglichkeit weiches und temperiertes Regenwasser verwenden
- Sparsamer Umgang mit Wasser: Statt den Gartenschlauch eine Giesskanne verwenden
- Tropf und Perlschläuche für eine effiziente und gleichmässige Bewässerung einsetzen
- Robuste und klimaverträgliche Pflanzen auswählen
Wächst fast ohne Wasser
Sind Sie angesichts der klimatischen Veränderungen auf der Suche nach Pflanzen, die auch trockene Phasen sehr gut überstehen? Dann ist dieses Buch genau das richtige!
Geniessen statt Giessen
Greifen Sie zu den Überlebenskünstlern unter den Sträuchern, Bäumen, Gräsern, Zwiebelblumen, Ein- und Zweijährigen. Ihnen kann die Trockenheit im Sommer kaum etwas anhaben. Und Sie haben mehr Zeit, um Ihren Garten zu genießen.