Rhododendron Krankheiten und Schädlinge

Krankheiten und Schädlinge bei Rhododendron bekämpfen

Ihr Rhododendron wirkt kümmerlich, hat gelbe Blätter und sieht krank aus?

Wir helfen Ihnen, denn Rhododendron ist unsere Leidenschaft. Wir lieben seine vielfältigen Erscheinungsformen, die Blütenpracht und seine Anpassungsfähigkeit. Damit Rhododendron auch in Ihrem Garten prächtig gedeihen kann, haben wir eine Übersicht der häufigsten Rhododendron-Krankheiten und -Schädlinge zusammengestellt.

Gerne beraten wir Sie auch direkt bei uns zu Ihrem “Problemkind”. Dazu benötigen wir nur ein Foto oder ein (am besten in Cellophan verpacktes) Pflanzenteil – bspw. Blatt oder Knospe – zur Ansicht. Wenden Sie sich an unser Fachpersonal; wir beraten Sie gerne.

Ungünstiger Standort: Kümmerlicher Wuchs

Rhododendron ponticum Cercospora handelii, pontische rododendron Cercospora handelii (1)

Nicht immer stecken ernsthafte Rhododendron-Erkrankungen oder Schädlinge hinter einem kränklichen Aussehen von Pflanzen. Die meisten Rhododendren und Gartenazaleen wachsen kümmerlich, weil Boden und Standort nicht optimal auf die Bedürfnisse der Pflanze abgestimmt sind. Viele Rhododendron-Sorten bevorzugen kalkfreie Erde, die locker und luftdurchlässig ist. Ein leicht saurer Boden mit einem pH-Wert von 4 bis 5,5 ist empfehlenswert.

Da alle Rhododendron-Arten Flachwurzler sind, ist die Nachbarschaft zu flachwurzelnden Bäumen oder Gehölzen ungünstig. Der hohe Wurzeldruck kann den Rhododendron bedrängen, sodass dieser selbst nur schlecht Wurzeln ausbildet, was wiederum in schlechter Nährstoff- und Wasseraufnahme und damit eingeschränkten Wuchs resultiert. Flachwurzler – und damit schlechte Nachbarn – sind vor allem viele Fichtenarten, Buchen, Birken, Kastanien, Flieder sowie einige Magnolien-Arten und Herzwurzler wie Linden.

Aufgrund des weiten Standortspektrums von Licht bis Schatten fühlen sich viele Rhododendron-Arten im Halbschatten oder im sogenannten “wandernden Schatten” sehr wohl. Zur Vergesellschaftung sollte man darauf achten, Pfahlwurzler als Schattenspender auszuwählen. Gut geeignet sind beispielsweise Eichen, Kiefern, Tannen und Ulmen. Am besten ist es jedoch, wenn Sie die Entwicklung einer neuen Rhododendron-Pflanze in Ihrem Garten gut beobachten und mit einem ähnlichen Exemplar an einem anderen Standort vergleichen können.

Der Rhododendron blüht nicht

Wenn der Rhododendron nicht blüht, kann dies vielfältige Ursachen haben. Die Palette reicht von schlechten Standortbedingungen, Nährstoffmangel oder einseitiger Düngung, zu schattigen Lichtverhältnissen, Frostschäden oder Rückschnitt zum falschen Zeitpunkt bis hin zum Pilzbefall, welcher von der berüchtigten Rhododendron-Zikade verursacht wird. Hier müssen die Ursachen genau abgeklärt werden.

Mangelerscheinungen, Krankheiten, Parasiten

Aus einem unpassenden Standort, Boden- oder Lichtverhältnissen resultiert nur nicht ein kümmerlicher Wuchs, sondern auch ein geschwächtes Abwehrsystem. Kümmerliche oder unterversorgte Pflanzen sind somit anfälliger für Krankheiten und Schädlinge. Eine Übersicht der häufigsten Probleme:

Stickstoffmangel: Gelbe Blätter

Erscheinung:

  • vergilbte Blätter, zuerst an älteren, später auch an jüngeren Blättern
  • ggf. rostfarbene Blattflecken
  • vorzeitiger Blattfall im Sommer
  • beginnender Kümmerwuchs
  • geringer oder kein Blütenknospenansatz

Abhilfe:

  • stickstoffhaltigen Dünger oberflächlich ausbringen
  • gut geeignet sind Hornspäne, z.B. Hauert BIORGA Hornspäne
  • Kunstdünger nicht später als am längsten Tag, da zu spätes, starkes Wachstum unverholzende Triebe zur Folge haben kann. Bei Frost erfrieren diese Triebe.

Eisenmangel, Magnesiummangel: Gelbe Blätter mit dunklen Adern (Chlorosen)

Erscheinung:

  • gelbe Blätter mit scharf abgegrenzter, dunkler Aderung, sog. Chlorosen
  • besonders an jungen Blättern

Abhilfe:

  • Bodenverbesserung mit Rinden- oder Holzhäcksel-Mulch, Torf oder spezieller Rhododendronerde
  • der Boden sollte einen pH-Wert von 4 – 5,5 aufweisen
  • eventuell oberflächlich mit Spurenelement-Präparaten düngen, z.B. Maag Eisenchelatdünger
  • künftig kalkarmes Giesswasser verwenden

Frostschaden, Wintersonne: Braune Blätter im Frühjahr

Erscheinung:

  • im Frühjahr sind Blätter vertrocknet, verbräunt und abgestorben
  • junge Blätter wachsen verkrümmt, verformt oder unsymmetrisch
  • Blütenknospen sind abgestorben

Abhilfe:

  • in trockenen Wintern an frostfreien Tagen giessen, um die Austrocknung von Pflanzen zu verhindern
  • durch Beschattung vor direkter Wintersonne schützen, z.B. mit Schilfmatten, Schattiergeweben oder Zweigen von Nadelgehölzen
  • Frühblühende Rhododendron wie z.B. „Praecox

Sonnenbrand: Gelbe oder braune Blattpartien

Erscheinung:

  • gelbe oder bräunliche Flecken auf dem Blatt
  • Blätter im Schatten sehen gesund aus

Abhilfe:

  • für einen halbschattigen Standort sorgen, durch Umpflanzen des Rhododendron oder Beipflanzen eines Schattenspenders oder Einsatz eines Schattierungsnetzes

Ein Pilzbefall kommt selten allein

Pilzkrankheiten befallen Pflanzen leichter, wenn diese durch Nährstoffmangel, Frost- oder Trockenschäden bereits geschwächt sind. Auch Schädlinge können Krankheiten übertragen. Ein Rhododendron weist oftmals mehrere Symptome auf. Es muss nicht nur die akute Erkrankung bekämpft werden, sondern auch die begünstigenden Faktoren herausgefunden und behoben bzw. beseitigt werden.

Da die genaue Bestimmung nicht einfach ist und es leicht zu Verwechslungen kommen kann, empfehlen wir Ihnen die Begutachtung des Schadens durch unser Fachpersonal. Bringen Sie einfach ein Foto von betroffenen Pflanzen oder ein gut verpacktes Pflanzenteil – bspw. Blatt oder Knospe – zur Ansicht zu uns.

Diverse Pilz-Erreger (z.B. Botrytis, Colletotrichum, Pestalotia): Blattflecken

Rhododendron ponticum Cercospora handelii, pontische rododendron Cercospora handelii (2)

Erscheinung:

  • unterschiedliche Flecken: meist bräunlich bis schwarz, teilweise rötlich oder grau, unregelmässige Form und Grösse
  • gelegentlich Lochbildung in Blättern

Abhilfe:

  • Abklärung durch Fachleute
  • zielgerichtete Bekämpfung des Erregers, ggf. durch Fungizide oder Entfernen betroffener Pflanzenteile
  • Standortbedingungen verbessern

Diverse Pilz-Erreger (z.B. Phytophthora sp., Pestalotia sp.): Triebsterben

  • Blätter und Knospen verwelken, erst fahlgrün, später braun und trocken
  • Triebe sterben von oben nach unten ab
  • auch der Wurzelhals kann betroffen sein (sog. Wurzelhalsfäule)

Abhilfe:

  • Triebe möglichst früh und möglichst tief ins gesunde Holz herausschneiden und vernichten bzw. im Hausmüll entsorgen
  • unter Umständen ist es notwendig, die befallene Pflanze komplett zu entfernen, zu entsorgen und anschliessend einen Bodenaustausch vorzunehmen
  • Für besseren Wasserfluss sorgen

Echter Mehltau (Microsphaera sp.): Weisser Belag auf den Blättern

Mehltau-voll-besiedelt-web

Erscheinung:

  • ab Juni gelbliche Flecken auf den Blattoberseiten, bei immergrünen Rhododendren zusätzlich braune Flecken auf Blattunterseiten
  • später bildet sich ein weisser Belag, der sich beidseitig auf Blättern ausbreitet
  • bei extremen Befall ist Blattverlust die Folge

Abhilfe:

  • bei laubabwerfenden Rhododendron-Arten Behandlung der Pflanze mit Fungiziden
  • Auswahl der Arten z.B. Viscosum oder accidentate
  • bei immergrünen Rhododendron-Arten befallene Zweige entfernen und vernichten

Ohrläppchenkrankheit (Exobasidium japonicum): Blattgeschwülste

2013-04-07 Exobasidium azaleae Peck 404189

Erscheinung:

  • Blätter sind teilweise oder komplett verdickt und verformt, im Frühsommer weiss oder rötlich-weiss bereift
  • die geschwulstartigen Verformungen ähneln Ohrläppchen (Name!)
  • betroffen sind vor allem Japanische Azaleen und kleinblumige Rhododendron-Arten

Abhilfe:

  • erkrankte Teile entfernen und im Hausmüll entsorgen

Knospensterben, Knospenfäule (Pycnostysanus azaleae): Schwarze  haarige Knospen

Knospenbräune bei Rhododendron

Erscheinung:

  • im Frühjahr braune bis schwarze, abgestorbene und mit feinem Pilzrasen überzogene Blütenknopsen
  • Knospen fallen nicht von selbst ab, sondern bleiben an der Pflanze

Abhilfe:

  • befallene Knospen ausbrechen und sicher entsorgen
  • Rhododendronzikade bekämpfen (s.u.), dieser Schädling überträgt den Pilz-Erreger
  • Standortbedingungen und Nährstoffangebot für die Pflanze verbessern

Blütenfäule (Ovulinia azaleae): Welke Blüten

Erscheinung:

  • schon während oder kurz nach dem Öffnen der Blütenknospen bilden sich wässrige Flecken auf Blütenblättern
  • Blüte wird faulig und stirbt innert 2-3 Tagen ab

Abhilfe:

  • Absammeln der befallenen Blüten und Vernichtung bzw. Entsorgung im Hausmüll

Was krabbelt denn da? Schädlinge bei Rhododendron erkennen und bekämpfen

Auch Schädlinge können schonmal einen Rhododendron befallen. Auch hier begünstigen sich die Symptome: Eine geschwächte Pflanze wird leichter befallen und eine befallene Pflanze wird zunehmend geschwächt. Neben den bei Hobbygärtnern allseits bekannten Blattläusen (Tipp: Wirksame Mittel gegen Blattläuse) und Spinnmilben können auch andere Rhododendron-Schädlinge auftreten:

Netzwanzen: Blattoberseite fahlgrün mit Sprenkeln

Stephanitis takeyai (Tingidae sp.), Mook, the Netherlands

Erscheinung:

  • auf der Blattoberseite bildet sich eine fahlgrüne bis fahlgelbe, gesprenkelte Färbung aus
  • auf der Blattunterseite sind kleine, bräunlich bis schwarze, glänzende Kottröpfchen
  • auf der Blattunterseite findet sich der Schädling, ca. 2-5 mm grosse Insekten mit netzadrig gezeichneten Flügeln

Abhilfe:

  • ab Mai regelmässige Befallskontrollen an den Blattunter- und Blattoberseiten
  • bei geringem Befall die Blätter entfernen
  • bei starkem Befall Blattunterseiten mit Insektiziden behandeln

Rhododendronzikade: Helle Sprenkel auf der Blattoberseite

Rhododendron-Zikade 2006 08

Erscheinung:

  • auf der Blattoberseite bildet sich eine feine, helle und gesprenkelte Färbung
  • eher geringer Saugschaden an der Pflanze
  • ähnliches Schadbild wie bei Netzwanzen, auf die Blattunterseite achten um Verwechslungen auszuschliessen
  • häufig auch Knospenfäule (s.o.)
  • ab Mai schlüpfen einfarbig gelbe, längliche Larven
  • ausgewachsene Rhododendronzikaden sind ca. 8mm lang, grün mit auffällig orangeroten Längsstreifen

Abhilfe:

  • frühzeitiges Entfernen und Entsorgen aller schwarzen Knospen, da diese höchstwahrscheinlich Rhododendronzikaden-Eier enthalten
  • bei leichtem Befall Gelbtafeln in die Büsche hängen
  • bei starkem Befall Bekämpfung mit einem systemischen Insektizid z.B. Perfekthion von Maag (nicht bei Pieris), am besten morgens und mit Fokus auf Blattunterseiten

Gefurchter Dickmaulrüssler: Frassschäden an den Blättern

Otiorhynchus sulcatus Blattschaden
Gefurchter Dickmaulrüssler

Erscheinung:

  • Buchtenfrass von den Blatträndern zur Mitte hin, dies sind Frassspuren der nachtaktiven Käfer
  • junge Pflanzen welken plötzlich und sterben ab, da die Larven an den Wurzeln fressen
  • adulte Käfer sind ca. 10 mm gross, schwarz mit braunen Flecken
  • Larven im Wurzelbereich, C-förmig gebogene, gelblich-weisse Würmchen mit einer dunklen Kopfkapsel

Abhilfe:

  • bei leichtem Befall können ausgewachsene Dickmaulrüssler mit Hilfe feuchter Bretter eingefangen werden: abends unter den Büschen auslegen, morgens die Käfer einzeln von den Brettunterseiten absammeln
  • zur Bekämpfung der Larven und Puppen im August/September Nematoden gegen Dickmaulrüsslerlarven ausbringen

Mottenschildlaus, Weisse Fliege: Blattoberseite hell gesprenkelt

Aproletella

Erscheinung:

  • Blattoberseiten bei beginndenem Befall oberseits fahlgelb gesprenkelt, Blattunterseiten gelblich beschmiert
  • später Blätter braun vertrocknet
  • unbewegliche, flache Larven auf der Blattunterseite (erinnert an Schildläuse)
  • 1-3 mm kleine Fliegen mit weiss bepuderten Flügeln auf den Blattunterseiten
  • geringer Saugschaden
  • grösserer Sekundärschaden durch Befall des Rhododendrons mit schwarzem Russtaupilz
  • grosses Potenzial zur Übertragung von Pflanzenkrankheiten

Abhilfe:

  • bei akutem Befall helfen Pflanzenschutzmittel
  • gegen die Larven der weissen Fliegen geht die Schlupfwespe Encarsia formosa vor, diese Nützlinge bereits bei beginnendem Befall einsetzen
  • die Fliegen mögen windstille Standorte mit hoher Luftfeuchtigkeit (ca. 70%), vorbeugend für Luftbewegung im Pflanzenbestand sorgen, weite Pflanzabstände wählen und regelmässig Unkraut jäten, um den Schädlingen Versteckmöglichkeiten zu nehmen

Rund um den Rhododendron

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen persönlich in der Baumschule zur Verfügung! Bringen Sie einfach Fotos von Ihrem Rhododendron mit, wir helfen Ihnen gerne.

Besuchen Sie uns, in unserer Baumschule können Sie prächtigen und gesunden Rhododendron kaufen.

 

Bücher-Tipps

FARBATLAS KRANKHEITEN UND SCHÄDLINGE AN ZIERPFLANZEN, OBST UND GEMÜSE

DAS GROSSE BUCH ÜBER RHODODENDREN UND AZALEEN